Mit GOX Honig die Immun-Abwehr stärken

Lassen sie ihren Honig testen

Es ist bekannt, dass unser angeborenes Immunsystem bereits im Mund und Nasenraum einen wirksamen Desinfektionsmechanismus besitzt(1). Dieser antibakteriell und auch antiviral wirkende Mechanismus basiert auf der Produktion von reaktivem aber kurzlebigem Hypothiocyanit (OSCN-), welches viele Bakterien und Viren abtötet, für die eigenen Zellen aber nicht toxisch ist (siehe Bild).

LPO System

Hypothiocyanit wird durch eine Lactoperoxidase (LPO) gebildet. LPO wird in den Speicheldrüsen gebildet und gelangt mit dem Speichel in den Mund. Das Substrat Thiocyanat (SCN) ist in vergleichsweise hoher Konzentration ebenfalls im Speichel (300-3000 µM) vorhanden(1). Das zweite Substrat H2O2 ist aber nur in geringer Konzentration (8-13 µM) verfügbar (2). Ist H2O2 verbraucht, kann der Desinfektionsmechanismus im Mund nicht mehr funktionieren.

Wir haben in den letzten Jahren zahlreiche Honige getestet und vergeben Honigen ein Qualitätssiegel für die Fähigkeit H2O2 zu produzieren. Diese Produktion basiert auf der Aktivität der Glucoseoxidase (GOX). Sie ist in Honigen sehr unterschiedlich hoch. Das Enzym wird erst aktiv, wenn der Honig verdünnt wird. Wenn man einen kleinen Teelöffel Honig (ca.2g) genussvoll langsam auf der Zunge zergehen lässt (d.h.verdünnt), ist ein mit „GOX 50+“ bewerteter Honig in der Lage, eine H2O2-Konzen­tration von mindestens 10µM in wenigen Minuten im Mund zu erreichen und konstant zu halten. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist, einen Teelöffel Honig in einem lauwarmen (<40°C) Glas Wasser/Tee aufzulösen, einige Minuten ziehen zu lassen und mit dieser Honiglösung zu gurgeln.

Zweistellige mikromolare H2O2 Konzentrationen  (µM) liegen im physiologischen Bereich(3)  und reichen aus, um Thiocyanat durch die Lactoperoxidase zu Hypothiocyanit (OSCN) umzusetzen und so antibakteriell und antiviral zu wirken. Zum Vergleich: Eine 3%ige Wasser­stoffperoxid-Lösungen, die man in der Apotheke bekommt, enthält mehr als 800.000 µM H2O2.

Je höher der GOX-Wert des Honigs ist, umso weniger Zeit und Honig werden benötigt, um eine wirksame H2O2 Konzentration zu erreichen. Da Honig ein wertvolles aber auch empfindliches Nahrungsmittel ist, sollte der Honig kühl und lichtgeschützt aufbewahrt werden. So gelagert, zeigten Honige mit GOX-Werten >100+ auch nach 2-Jahren noch ausreichende Aktivitäten. (Das GOX-Enzym denaturiert bei Temperaturen über 40°C.)

Die antibakterielle Wirkung des Honigs ist vielfach beschrieben und wird neben der GOX verschiedenen anderen Inhaltstoffen zugeschrieben (hoher Zuckeranteil, pH, Polyphenole, Defensine). Der hier beschriebene physiologische Mechanismus ist begrenzt auf die Fähigkeit des Honigs H2O2 zu produzieren. Somit gewinnt die GOX-Prüfung von Honig einen zunehmenden Stellenwert.

Die Pharmaindustrie hat den hier vorgestellten Mechanismus bereits für neue Produkte und Medikamente entdeckt. So enthält eine Zahnpasta unter anderen LPO und GOX um Karies zu bekämpfen (z.B. Zendium). In diesem Jahr laufen klinische Studien, in denen Hypothiocyanit- oder Hypojodit Präparate zur Bekämpfung des Corona Virus Sars-CoV-2 im Mund und Nasenraum geprüft wird(4-5).

Abkürzungen: GOX, Glucoseoxidase; H2O2, Wasserstoffperoxid; LPO, Lactatperoxidase; SCN, Thiocyanat; OSCN, Hypothiocyanit; µM, 6,022 x 1014 Moleküle/mL

Literatur:

Honig auf GOX-Aktivität testen lassen

Anfragen bitte per Email: info@amplab.de